Das World Café bot uns Gelegenheit, uns über all das, was uns an dem Thema beschäftigt, mit verschiedensten Menschen ins Gespräch zu kommen. Es ging dabei schwerpunktmäßig um die Fragen, was uns an der deutschen Nazi-Vergangenheit am meisten berührt, welchen Einfluss sie auf das heutige Deutschland noch hat, und was unser perönlicher Beitrag sein kann, damit sich derartiges nicht wiederholt.
Im Folgenden haben wir einige Auszüge aus der „Ernte“ des World Cafés zusammengestellt: Antworten von Teilnehmern zur Frage: „Was hat Dich in den Gesprächen am meisten bewegt?“, jeweils in einem Satz zusammengefasst.
- „Erinnern und darüber sprechen befreit und heilt.“
- „Achte auf Nachhaltigkeit in Denken & Handeln.“
- „Ausstieg aus der Opfer-, bzw. Täterrolle, hin zu echtem Miteinander in totaler Ehrlichkeit.“
- „Sind die Deutschen wegen dem 3. Reich so humorlos?“
- „Charisma ist in Deutschland seit Hitler suspekt, angstbesetzt und tabu.“
- „Hinschauen und Verantwortung übernehmen, statt Schuld und Schwere.“
- „Mit dem Herzen schauen.“
- „Wach sein. Wach-Sein fördern.“
- „Voraussetzung von Heilung ist radikale Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, und anderen gegenüber.“
- „Wichtig für mich war zu fühlen, dass Angst und Hass noch da sind.“
- „Gefühlstaub.“
- „Gesteigertes Selbstwertgefühl verringert die Gefahr des kollektiven (Macht-) Missbrauchs.
- Free Hugs!“
- „Um Heilung geschehen zu lassen ist es nötig vorher die Dinge beim Namen zu nennen.“
- „Wenn ich ehrlich bin, ich trage nicht unbedingt viel dazu bei, dass das nicht wieder passiert.
- „Ich verlasse mich eher auf unser ‚demokratisches’ System.“
- „Es ist sehr wohltuend Berührbarkeit zu spüren.“
- „In dem Schrecken unserer Geschichte liegt unser großes Potential.“
- „Wenn es hier gelingt, gelingt es in der Menschheit!“
- „Wozu ist Menschheit im positiven als Kollektiv alles fähig?? Ich bin neugierig darauf!“
- „Selbstzerstörung ist kein Ausweg!“
- „Holocaust und Krieg haben zu Entwurzelung und Vereinsamung geführt. Dies gilt es zu heilen.“
- „Wenn wir Deutschen es schaffen, die Schatten der Vergangenheit zu verarbeiten und zu integrieren ( in ein höheres Bewusstsein vom Menschsein) machen wir der Welt ein Geschenk.“
- „Wahrhaftigkeit der jungen Generation gegenüber. Da sein.“
- „Ich bin ein Teil vom Kollektiv und verantwortlich.“
- „In Liebe nachspüren warum ich es tue und nicht verdrängen oder überspielen.“
- „Keine neuen Gräben durch ein übermoralisieren, innere Tendenz zum Bewerten wahrnehmen.“
- „Wurzeln in einem Abgrund von Schuld und Verdrängung könne keine Kraft geben für eine konstruktive Handlung.“
- „Gemeinsam schweigen und dem Wortlosen Raum geben.“
- „Schuld löst sich durch verantwortliches Handeln auf!“
- „Die Großeltern/ Eltern kehren zurück in unsere Mitte, an unserem Tisch.“
- „Ich trage Krieg, Holocaust, Gewalt nicht erst seit dem 2. Weltkrieg in mir und kann jederzeit daran arbeiten positiv nach außen zu wirken.“
- „Der 2. Weltkrieg hat auch heute noch einen zerstörerischen Einfluss auf ( familiäre) Bindungen.“
- „Gefühle fühlen, die man noch nicht in ein Bewertungs- oder Behandlungsschema verpackt hat.“
- „Erlaubte Verwirrung ermöglicht Klarheit!“
- „Die Erfahrung ‚ Deutschland’ mit größtmöglichem Verständnis, Mitgefühl und Klarheit mit der Welt zu teilen, um die Heilung aller zu unterstützen.“
- „Der deutsche Mann gilt als Verlierer oder Verräter und hat Angst, in seine männliche Kraft und Macht zu gehen, da sie an Missbrauch gekoppelt ist.
- „Alles hat zwei Seiten: Schweigen kann ein Akt der Liebe sein und die Wurzel zu neuerlicher Zerstörung – Heilung kann geschehen durch Wahrheit und Empathie.“
- „Emotionale Berührung und Offenheit ist Voraussetzung für Wandlung.“
- „Scham in Kontakt bringen.“
- „In Deutschland gibt es viele ungeweinte Tränen.“
- „Was jetzt?!“
- „Heilung ist radikale Ehrlichkeit.“
- „Selbstverantwortung heisst auch, mich berührbar zu machen und das zu teilen.“
- „Alles passiert im Jetzt.“
- „Wir versuchen noch zu sehr Dinge nur an der Oberfläche zu bereinigen.“
- „Unsere Beziehungsunfähigkeit ist kein privates Versagen, sondern von der kollektiven Erfahrung mitgeprägt. Das teilen dessen erleichtert es. unser Herz für uns selbst zu öffnen.“
